„Wozu war das denn gut? – Alte Gerätschaften

Café Damals

Nach der herzlichen Begrüßung durch Herrn Stahl und dem ersten Stück Kuchen kommen die Erinnerungen langsam auf Touren. Eine Einstiegshilfe bieten einige Alltagsgegenstände, die vom Heimatmuseum Döhren dem Café Damals zur Verfügung gestellt wurden.

Ein Topf zum Kaffee- oder Ersatzkaffee rösten wird herumgereicht: „Meine Oma hatte echten Bohnenkaffee und Kaffeebrot (Zwieback mit Zuckerguss) für sonntags im Vertiko eingeschlossen.“ „Wir haben ungeröstete Kaffeebohnen aus Amerika geschickt bekommen, eingenäht in zwei Taschentücher. Da hat sich mein Vater doppelt gefreut, hier gab es ja nichts.“ Eine Teilnehmerin hat eine winzige Kaffeemühle mitgebracht. Einen Teelöffel Kaffee kann man damit mahlen, so wertvoll war Kaffee damals.

Die hölzerne Wäschekelle erkennen alle sofort und auch der elektrische Wäschestampfer wird nur ganz kurz für einen Staubsauger gehalten und dann sofort dem Waschkessel zugeordnet.

Mit den Küchenutensilien geht es weiter

Eine Keramikform für Eierkränze wird natürlich sofort erkannt und auch ein Rezept ist dazu sofort parat. Ein Hochdruck-Kochtopf aus Gusseisen, der Vorläufer des heutigen Schnellkochtopfs, weckt Erinnerungen von explodierenden Töpfen und ruinierten Küchen.

Eine Umhängetasche für Kleingeld in Röhren gehörte zum Schaffner, ja das kennen alle noch: „In der Straßenbahn saßen die Fahrer vorn an der Kurbel, der Schaffner verkaufte die Fahrkarten. Ab und zu musste der Fahrer aussteigen und die Weichen stellen.“ „In Thüringen stiegen die Fahrgäste ein und zeigten ihre Fahrkarten hoch, sichtbar für alle Mitfahrenden. So haben alle gesehen, dass nicht gemogelt wurde.“

Ein Teilnehmer hat ein kompliziert aussehendes Küchengerät mitgebracht

Beim Herumgeben kommt niemand auf eine Idee, was es ein könnte. Auch der Ingenieur muss passen. „Kommt da nur eine versierte Hausfrau mit klar oder ist das auch für Männer?“ kommt zwinkernd ein bissiger Kommentar. Es ist für alle: „Wenn Einmachgläser geöffnet werden sollen, zieht man am Gummiring. Der Nippel reißt dann oft ab.“ Alle nicken :-). „Unsere Verwandten in der ehemaligen DDR erzählten, jeder Haushalt habe dort selbstverständlich ein Gerät zum Öffnen von Einmachgläsern. Das Werkzeug wird am Glasdeckel festgespannt und zwei Hebel drücken den Deckel dann nach oben. Eigentlich ganz einfach!“

„Wir hatten eine Kochkiste. Das ist eine Kiste aus Holz mit Schafwolle und Stoff isoliert, die einen Topf mit Essen sehr lange heiß hielt. Für die Kinder, die zu unterschiedlichen Zeiten aus der Schule kamen, war immer warmes Essen da und man musste nicht extra den Herd anheizen“. „Milchreis mache ich heute noch unter der Bettdecke.“

Wer kennt denn noch weitere alte Utensilien?

„Sind Sie auch in einer Zinkwanne gebadet worden als Sie klein waren? Unsere Wanne war so klein, dass die Füße rausguckten.“ „Wir haben zu dritt in der Wanne gesessen und den kleinen Geschwistern haben wir erzählt, wenn wir die Haare mit Sunil waschen werden sie blond.“ Gebadet wurde am Samstag und Sonntag gab es dann frische Wäsche für die ganze Woche.

„Sonntags Nachmittag sind wir bei uns im Dorf in Kino gegangen. Unter uns war der Kuhstall. Man kam nur rein, wenn man Holz zum Heizen mitgebracht hat. Meine Mutter hat uns schweren Herzens immer ein Brikett mitgegeben. Wir hatten ja selber nichts zum Heizen.“
„Kennen Sie noch die Zuckersackwolle, aus denen kratzige Strümpfe gestrickt wurden? Man ging immer ganz steifbeinig. Aus dem hellen Faden in der Mitte habe ich einen Pullover gestrickt, der war schön.“ Ein Geschenk für Väter waren Sockenhalter. „Ja und kennen Sie die Ärmelschoner noch? Mein Vater hatte welche, er war am Schalter von der Post.“

Zu guter Letzt fällt noch ein „vergessener“ Begriff: Kopfwaschpulver.

„Das waren die Tütchen, die wir mit ins Freibad genommen haben. Eine ganze Horde Kinder ging damals gutgelaunt kilometerweit mit Decke und Campingbeutel, mit Senfstullen – das war das Größte – und Essigwasser mit Zucker als Getränk zum Baden. Die Tasche lag in der Sonne, die Stullen waren leicht gebogen, die Bierflasche mit dem Essigwasser warm. Jeder bekam davon einen Schluck, das musste reichen.“
Der Nachmittag ging schnell vorbei und alle verabschieden sich gutgelaunt und den Kopf voll mit schönen Bildern aus alten Zeiten. Bis zum nächsten Mal!